Leserabende von "What Is Enlightenment?" in Berlin und Hamburg
Letzten Freitag in Berlin, letzten Sonntag in Hamburg - unsere Leserabende über unsere neue Ausgabe von WIE waren lebendige, bewegende und tiefe Begegnungen. Unser Thema - Integral Spirituality- das neue Buch von Ken Wilber ist ja nicht unbedingt leichte Kost. Da kann man sich schon leicht irgendwelche Intellektuellen Abgehobenheiten verlieren. Das war aber überhaupt nicht der Fall! Es war erstaunlich wie lebendig und wie sehr "In Begegnung" man Wilber diskutieren kann.
In Berlin waren wir 27 Leute, viele aus der Integralen Szene der Hauptstadt. Hauptsächlich vertieften wir uns in Wilber Unterscheidung zwischen Bewusstseinszustaenden. (Wer dazu mehr wissen will - das steht alles in der neuen Ausgabe der deutschen WIE)
Kens neue Buch bietet wirklich die Chance unsere Diskussion über die Spiritualität der Zukunft auf ein ganz neues Niveau zu heben. Auf einmal kann man Spiritualität und Aufklärung zusammendenken. Auf einmal zeigt sich wie die traditionelle Erleuchtung nur die halbe Geschichte ist (echt wahr!).
In Hamburg waren wir viel mehr als in Berlin in einer Pioniersituation. Viele der 22 Leute auf dem Treffen waren mit Wilber noch nicht sehr vertraut. Umso spannender war es, wie auch hier die Diskussion eine lebendige Begegnung blieb.
Ein Punkt der in Hamburg ganz besonders sich zeigte, der mir aber immer wieder begegnet. Es scheint dass viele von uns "Postmodernen Spirituellen" ganz stark auf Ken's Postulat reagieren dass eine Integrale Vorstellung von Gott nur dann Integral ist wenn sie alle drei Perspektiven Gottes miteinschließt das Ich, das Du und das Es. Er nennt das die drei Gesichter Gottes. Mit dem Ich-Gesicht können wir Postmodernen Meditierer uns ja leicht anfreunden - das große SELBST das einem in der Meditation begegnen soll, mit Gott also ES, als Gaja, also Kosmos und usw. haben wir es auch nicht so schwer, aber Gott als DU, als der/die/das große Andere, dem man in direkter Begegnung und vielleicht gar noch in Demut gegenübertritt, da geht es uns oft doch zu weit.
Einer der Diskussionsteilnehmer in Hamburg, ein sehr leidenschaftlicher reifer Mann, der offensichtlich in der postmodernen Szene weit herumgekommen ist, war gerade von dieser Entdeckung tief ergriffen und hat uns alle in diese Ergriffenheit mitgenommen. Auf einmal hatte Du-Perspektive auf Gott wieder Platz und mit ihr Demut, Hingabe und all diese doch so verstaubten Werte, nicht als alleinige Perspektive, aber auch!
Wer Ken's Thesen mitdiskutieren will, die neue WIE bringt sie gerade in umfassender Form nach Deutschland (Das Buch ist ja erst brandaktuell in den USA erschienen) Morgen und am Sonntag diskutieren wir weiter (in München und in Zürich, falls du gerade in der Nähe bist). Im November organisieren wir mit anderen sogar eine ganze Tagung dazu, mehr dazu später.

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